Samstag, 10. Februar 2018

Das alt Haus

Mindestens 1x pro Woche fuhren sie diese Strecke auf der Autobahn.
Es war der kürzeste Weg zu ihren Freunden.
Sie fuhren eigentlich immer lieber  auf den Bundesstraßen, auf kleinen Wegen durch die schöne Gegend, in der sie wohnten.
Aber wenn man einen Besuch machen wollte, so war der schnellste Weg wohl am angebrachtesten.
Auch die Autobahn fuhr durch eine schöne, Wald und feldreiche Landschaft.
Auf halber Strecke etwa lag rechtsseitig, auf der Beifahrerseite ein kleines Anwesen.
Ein, wie es schien, alter Bauernhof.
Umgeben von Obstbäumen und mit einem nierigen Holzzaun umgeben.
Ganz alleine, weit und breit nur Natur.
Ein schmaler Weg führte verschlungen zum Haus.
Man konnte nicht erkennen, woher der Weg kam, das Bauernhäuschen lag auf einem kleinem,sanften Hügel, sodass man nicht erkennen konnte, wo der Weg dorthin anfing.
"Irgendwann ",sagte sie zu ihrem Mann, irgendwann suchen wir mal diesen Weg. Ich möchte einfach mal sehen, wie es dort, bei dem Hof aussieht.Wer dort wohnt . . . und überhaupt.
Sie lächelte.
Heute war so ein Tag.
Das Wetter war freundlich, weiße Wattewolken flogen über einen azurblauen Himmel, der sie schneebedeckten Felder glitzern und strahlen ließ.
Sie fuhren an der nächsten Ausfahrt, nahe dem Bauernhof, ab.
Nach ein paar Kilometern gab es eine schmale Abbiegung auf ein schmales Sträßlein.
Das könnte die Zufahrt zum Bauernhof sein.
Sie fuhren langsam, die Straße war anscheinend noch nicht vom Winterdienst besucht worden und der Schnee lag dick und fest auf dem Belag.
Langsam fuhren sie die leichte Anhöhe hinauf.
Von weitem konnte man schon das Hausdach erkennen.
Sie war aufgeregt, endlich würde sie mehr erfahren über diesen einsamen Hof.
Kurz vor dem Haus gab es eine Seitenbucht.
Dort parkten sie das Auto.
Ruhig war es hier, nur ein leichtes Rauschen war zu hören, das typische Geräusch einer entfernten, stark befahrenen Straße.
Aus dem Kamin wehte der Rauch, ein Zeichen, dass das Haus wohl bewohnt war.
" Meinst du, wir können mal klingeln " fragte sie ihren Mann.
Der zuckte mit den Schultern, " wenn du meinst, aber ich warte hier draußen"
Sie lächelte, ihr Mann war nicht so forsch wie sie, das wusste sie schon.
Es gab allerdings keine Klingel, nur einen alten, abgenutzten Türklopfer aus geschnitztem Holz.
Ohne zu zögern lies sie ihn kräfte an die Türe schlagen.
Es dauerte etwa bis sich die Türe knarrend öffnete.
Eine alte Frau stand vor ihnen.
Sie war seltsam begleitet, irgend eine alte Tracht schien es, hüllte die zierliche, leicht gebeugte Figur ein.
Sie trug eine Haube  gewebt aus groben Leinen.
Eine leicht vergilbte Spitze säumten den Rand.
Das bemerkenswerteste waren jedoch ihre Augen.
In einem, von vielen Runzel überzogenem Gesicht blickten sie zwei sehr wache Augen an.
"Ich habe dich schon erwartet
Ihre Stimme war dunkel und warm.
"Komm doch herein, hier drin ist es gemütlicher"

Ab diesem Augenblick schien es ihr, als wäre die Zeit plötzlich sehen geblieben.
Sie hatte das Gefühl, nicht da zu sein und doch völlig eingebunden zu sein in diese Atmosphäre der Geborgenheit und Ruhe 
Alles war vertraut, der Geruch der Möbel, die Wärme des prasselnden Feuers im alten Eisenofen auf dem ein Wasserkessel leicht vor sich hinwimmerte.
Sofort wusste sie auch, dass sie hier zuhause war.
Sie ging umher, berührte diesen und jenen Gegenstand, alles so vertraut.
Die alte Frau lächelte sanft und beobachtete sie mit Wohlwollen.
" Du warst so lange fort
Sie nickte,"  jetzt bin ich ja wieder da "
Es schien ihr, als würden Stunden vergangen sein, als sie wieder gehen musste.
Ich komme wieder sagte sie zu der alten Frau und diese lächelte wissend und nickte.
Ich weiß .
Ein kalter Wind schlug ihr entgegen, als sie die schwere Türe öffnete.
Ihr Mann frage erstaunt, wieso sie schon wieder käme, es seien höchstens ein paar Minuten vergangen.
Sie lächelte verwundert, entgegnete nur, dass sie noch einmal wiederkommen müsste.

Tage später fuhren sie nochmal diesen Weg zum alten Bauernhaus.
Das Wetter hatte sich nicht verändert.
Es hatte nicht mehr geschneit, die Straßen waren frei und als sie abbogen sahen sie eine unberührte Schneedecke vor sich.
Komisch meinte ihr Mann, eigentlich müssten da doch unsere Reifenspuren zu sehen sein. Ob das die richtige Abbiegung war ?

Das Häuschen schien verlassen zu sein.
Kein Rauch stieg aus dem Schornstein auf.
Die kleinen Fenster waren mit den Holzläden verschlossen.
An der alten Holztüre hing ein Schild:
Bitte nicht betreten, Einsturzgefahr
In der Tat, das Haus sah tatsächlich recht baufällig aus.
Es fehlten ein paar Dachziegel und an einer Ecke brach das Mauerwerk ab.
Kopfschüttelnd stand sie davor.

Sie verspürte eine innere Kälte
Und eine Gänsehaut kroch ihr langsam am Körper hoch.









Freitag, 29. Dezember 2017

Jahresende

Mein Blick fällt aus dem Fenster
hinaus in die weite Natur auf
sonnenbeschienene Fluren
blinken Eiskristalle die
aussehen wie gezuckert 
Wolkenberge jagen fliehend schnell über dem weißblau des Himmels 
verändern im Sekundentakt ihre Formationen
lassen Sturmböen ahnen auch in den sich biegenden Baumwipfeln 
Sportgeräte für Vögel aller Arten die im Winter
hier bleiben und sich angepasst haben.
Über allem die Einsamkeit der winterlichen Natur
Stille und schwebende Hoffnung ahnend
dass ein neues Jahr wieder von vorne beginnt
im Wechsel der Zeiten.